Erweiterung und Umstrukturierung des Erwin-Piscator-Hauses
Das Erwin-Piscator-Haus, künftig eine Drehscheibe zwischen Kultur und Wissenschaft/Bildung: Magistrat beschloss bauliche Erweiterung und Umstrukturierung
Der Magistrat hat, wie Oberbürgermeister Egon Vaupel mitteilt, zum Thema „Bauliche Erweiterung und Umstrukturierung des Erwin-Piscator-Hauses“ folgende Beschlüsse gefasst:
Planungsmittel stehen, so der Oberbürgermeister, im Haushalt 2010/2011 für das Haushaltsjahr 2010 in Höhe von 300.000 Euro zur Verfügung. Für das Jahr 2011 stehen Mittel in Höhe von 1 Mio. Euro und eine Verpflichtungsermächtigung in Höhe von 5 Mio. Euro bereit.
2003 hatte der Magistrat den Bedarf und das in der Begründung dargestellte Raum- und Funktionsprogramm für die bauliche Erweiterung und Umstrukturierung von Martin-Luther-Schule und Stadthalle anerkannt.
Von April 2005 bis zum Oktober 2005 wurde ein baulicher Realisierungs- und Ideenwettbewerb durchgeführt. Als erster Baustein wurde der Erweiterungsbau für die Martin-Luther-Schule zum Schuljahresbeginn bezogen.
Mit der für die Nordstadt außerordentlich wichtigen Lokalisierung eines Standortes für Lehre und Wissenschaft und die damit verbundenen Impulse für Kultur, Dienstleistungsangebote und die Attraktivierung des städtischen Umfeldes für die Universitätsgebäude wird eine deutliche Vitalisierung der Nordstadt Marburgs einhergehen.
Nicht die Auslagerung von modernen Universitätseinrichtungen und vollkommene Neugestaltung außerhalb der gewachsenen Stadt, sondern das Miteinander von historischem Stadtbild und moderner Architektur, von innerstädtischen Einzelhandelsangeboten und Nachfrage von Lehrenden und Studierenden, von kulturellen Angeboten und Gemeinschaftseinrichtungen aus städtischen, privaten und universitären Aktivitäten sollen im Rahmen der Stadtentwicklung Marburgs gefördert werden.
Mit der Lage des Piscator-Hauses an der Biegenstraße ist bereits heute ein hohes Maß an Zentralität verbunden. Die Vitalität in diesem Bereich wird jedoch im Zusammenhang mit der Entwicklung der Nordstadt zu einem zentralen Universitätscampus erheblich zunehmen. Das Piscator-Haus kann zu einer Drehscheibe zwischen Kultur und Wissenschaft/Bildung, innerstädtischen Freiflächenangeboten und öffentlichen Gebäuden sowie zwischen Arbeit und Freizeit werden.
Die geplante Integration von KFZ und MTM in den Stadthallen-Ausbau ist Teil einer neuen stadträumlichen und kulturellen Zielbestimmung im Zuge der Campus- Entwicklung. Die erweiterte Stadthalle bekommt eine Zentralfunktion im Schnittpunkt städtischer und universitärer Öffentlichkeit mit Verwaltungs- und Auditoriengebäude sowie künftigem Campus Firmanei rund um den Alten Botanischen Garten.
Seit Ende der 90er-Jahre steht die räumliche und damit programmatische Weiterentwicklung des Kulturladens KFZ auf der kulturpolitischen Agenda.
Die Suche nach einem geeigneten Standort für ein erweitertes KFZ gestaltete sich langwierig. Die Situation für das KFZ am Standort Schulstraße verschärfte sich sogar zwischenzeitig durch Auflagen infolge einer immissionsschutzrechtlichen Auseinandersetzung mit einem Nachbarn.
2007 beschloss die Stadtverordnetenversammlung den Magistrat zu beauftragen, sich für die Berücksichtigung eines Kulturbausteins für das KFZ bei der universitären Campus-Planung einzusetzen.
Raum- und Funktionskonzept für das Piscator-Haus 2015
Öffentliche Veranstaltungszentren und Bürgerhäuser gerade aus den 60er-Jahren wie die Stadthalle Marburg sind multifunktional konzipiert.
Bei der Erkundung von Raum-Modellen hat ein vom Kulturladen KFZ im Frühjahr 2008 initiierter Besuch der Darmstädter „Centralstation“ die Möglichkeit kommunikativer Multifunktionalität gezeigt - als wechselseitige Anregung der Funktionen Kultur, Gastronomie, Geselligkeit, Entspannung.
Dieses Modell kommunikativer Multifunktionalität ist Ziel beim Stadthallenausbau. Dieser integriert das KFZ und die Marburg Tourismus und Marketing GmbH. Sie ermöglicht das Nebeneinander und Miteinander von Veranstaltungen und weist der Gastronomie eine zentrale Erlebnis- und Kommunikationsrolle zu. Davon können alle Akteure profitieren.
Dies betrifft auch das produktive Nebeneinander verschiedener Organisationskulturen vom Veranstaltungsservice Stadthalle als städtischem Regiebetrieb bis zur soziokulturellen Einbindung ehrenamtlichen Engagements im eigenständig betriebenen Veranstaltungsbereich des KFZ.
Ausbau und Attraktivitätssteigerung der Stadthalle müssen begleitet sein von einer Marketing-Strategie, die diese nutzt und in den Einzelbereichen definiert. Daraus lassen sich Zielvorstellungen hinsichtlich anvisierter Veranstaltungs- und Besucherzahlen und betriebswirtschaftlicher Ergebnisse entwickeln.
Oberbürgermeister Vaupel: Mit Abschluss des Projektes im Jahr 2014 würde das neue Erwin- Piscator-Haus dann zur Verfügung stehen, wenn mit der Fertigstellung der neuen zentralen Universitätsbibliothek der zentrale Baustein des Campus Firmanei in Betrieb geht.
Stand: 18. Oktober 2010